Martin Emmerich
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Bildstrecke: In der Vorhölle – Arbeiter am AKW Fukushima
0… Hiroyuki Watanabe, ein Mitglied des Stadtrats von Iwaki, einer Kleinstadt an der Sperrzone, hat einige der Arbeiter befragt. Er sagt, viele wurden von Zeitarbeitsfirmen geschickt, die ihnen weder Arbeitslosen– noch Krankenversicherung bezahlen. Das sei illegal. …
Laut Watanabe sind Arbeiter völlig auf sich gestellt, sobald sie die maximal zulässige Strahlendosis abbekommen haben und nicht mehr in die Anlage dürfen. Sie bekämen anschließend keinerlei Unterstützung – weder von Tepco noch von der Regierung. …
Japan: In der Vorhölle zum AKW Fukushima
Ein Fußballtrainingscamp ist seit dem GAU in Japan Unterkunft Tausender Arbeiter, die versuchen, die Reaktorruinen zu sichern. Fotos zeigen ihren Alltag in J-Village.
c’t Gehaltsumfrage 2011
0Die Ergebnisse der c’t Gehaltsumfrage 2011 (d.h. die Zahlen beziehen sich auf 2010) stehen seit Mitte Mai auch online zur Verfügung.
Wie üblich war die Statistik vor einem halben Jahr Mitte März in Heft 06/2011 erschienen und hat zwei Monate bis zur Online-Veröffentlichung gebraucht.
Einige Ergebnisse in Stichworten:
- +0,7% bundesweit
- “Gehaltszufriedenheit” Schulnote 2,9 (unverändert zum Vorjahr)
- “Zukunftsaussichten” Schulnote 2,2 (Vorjahr 2,5)
- 1/10 Stellenwechsel
Merkwürdigkeiten aus der US-Arbeitswelt: Zu intelligent für die Polizei
0Merkwürdigkeit #1:
In den USA, in einem der vielen New Londons, wurde Robert Jordan nicht zur Bewerbung als Polizist zugelassen, weil er im Intelligenz-Eingangstest zu hoch abgeschnitten hatte.
Jordan ist 48, Offizier im Strafvollzug und hat einen Bachelor in Literatur.
Merkwürdigkeit #2:
Als Jordan wegen Diskriminierung vor Gericht ging, wurde seine Klage abgewiesen. Begründung: Es werde ja schließlich jeder, der eine bestimmte Schwelle an Intelligenz überschreite, abgewiesen.
Jordan überlegt nun, in Berufung zu gehen.
Quelle: New York Times, via fefe.
Mail aus Fukushima — miserable Arbeitsbedingungen
1Mail aus Fukushima
Im Wall Street Journal sind Übersetzungen (ins Englische) von E-Mails abgedruckt, die ein Arbeiter aus der zweiten Fukushima-Anlage (in der Nähe der ersten, die die großen Probleme hat) mit einem Kollegen in der TEPCO-Zentrale ausgetauscht hat.
Eine Lese-Empfehlung von Detlef Borchers via Twitter.
Arbeitsbedingungen im Kraftwerk
Einen Bericht aus zweiter Hand über die erbärmlichen Arbeitsbedingungen für die etwa 400 Arbeiter in Fukushima 1 (Daiichi) gibt es bei der FAZ.
Zuvor ist dort bereits ein Artikel über die schlechte Ausbildung der Kernkraftwerksarbeiter erschienen, die dort von TEPCO förmlich verheizt werden.
Ein Blick von außen auf das Erdbeben in Japan
1Patrick betreibt eine kleine Softwarefirma in Zentral-Japan. Er hat sowohl als Übersetzer in der lokalen japanischen Verwaltung als auch als Entwickler in der japanischen Industrie gearbeitet. In seinem englischsprachigen Artikel “Some Perspective On The Japan Earthquake” schreibt er über die japanische Gesellschaft und wie sie mit dem Erdbeben umgeht. Lesenswert!
Patrick runs a small software business in central Japan. Over the years, he has worked both in the local Japanese government (as a translator) and in Japanese industry (as a systems engineer), and has some minor knowledge of how things are done there. He thinks English-language reporting on the matter had been so bad that his mother is worried for my safety, so in the interests of clearing the air he thought he would write up a bit of what he knows. You should read his article “Some Perspective On The Japan Earthquake”!
Unternehmen recherchieren Bewerber im Internet
0Ich hatte über das Thema ja schon mehrfach berichtet, 01/2007 sogar mit einem konkreten Beispiel, was Unternehmen über unbedarfte Bewerber herausfinden können und wo es dann unter Umständen vorsichtshalber zu einer Absage kommt.

© Claudia Hautumm / Pixelio
28% der Personalexperten nutzen bereits heute das Internet, um an Informationen zur fachlichen und persönlichen Eignung oder zu Referenzen und Freizeitaktivitäten von Kandidaten zu gelangen. […] 26% der Personalberater äußerten, daß sie Kandidaten bislang schon – wenn auch selten – nach den Internet-Suchergebnissen im weiteren Auswahlprozeß nicht mehr berücksichtigt hätten.
Nun liegt eine weitere Umfrage vor: In jedem zweiten Unternehmen wird Bewerbern hinterherrecherchiert, so der IT-Branchenverband BITKOM in seiner Presseerklärung. Dabei wurden 1594 Geschäftsführer und Personalchefs befragt
- 49% aller Unternehmen überprüfen Bewerber im Internet
- 45% verwenden dazu Google, Bing oder spezielle Personensuchmaschinen
- 21% recherchiert in sozialen Online-Netzwerken, die einen beruflichen Schwerpunkt haben, zum Beispiel Xing oder LinkedIn
- 17% recherchiert auch in sozialen Online-Netzwerken wie Facebook oder StudiVZ, die einen eher privaten Charakter haben
Rechtlich gibt es bislang keine Schranken für derartige Recherchen. Das soll sich aber ändern. Ein neues Gesetz zum Arbeitnehmer-Datenschutz wird gerade entwickelt. Zwar rudert der Bundesrat gerade zurück, was seine weitergehenden Forderungen betrifft. Davon sind die geplanten Regelungen zum Bewerber-Datenschutz allerdings nicht betroffen.
Künftig soll ein Arbeitgeber nicht mehr in sozialen Netzwerken recherchieren dürfen, um sich über einen Bewerber zu informieren. Allerdings sind Internetdienste, die gerade der eigenen Präsentation des Bewerbers gegenüber möglichen Arbeitgebern dienen, explizit ausgenommen.
Die oben erwähnten, bedenkliche Recherche in sozialen Online-Netzwerken mit eher privatem Charakte wäre dann verboten.
Inwieweit ein solches Verbot aber greift, ist fraglich. „Die Recherche in privaten Online-Netzwerken durch Personaler ist in der Praxis kaum zu überprüfen, zumal sich der berufliche oder private Charakter vieler Netzwerke nicht klar abgrenzen lässt“, sagte der BITKOM-Präsident Scheer. Außerdem ist das Gesetz noch nicht in Kraft, dies soll im kommenden Jahr erfolgen.
Generell ist empfehlenswert, die im Internet vorhandenen Informationen aktiv zu steuern. Dies empfiehlt auch der BITKOM: „Bewerber sollten dafür sorgen, dass im Internet vorteilhafte Angaben, Äußerungen oder Fotos über sie zu finden sind“ und empfiehlt ein Bündel von vier Maßnahmen:
1. Sich selbst suchen: Wer seinen Namen in Suchmaschinen eingibt, bekommt schnell einen Überblick, was über ihn im Web zu finden ist. Neben Google, Bing und Yahoo gibt es dafür spezielle Personensuchmaschinen wie Yasni oder 123People.
2. Eigene Präsenz aufbauen: Profile in Online-Netzwerken oder eine eigene Website erscheinen in den Ergebnislisten der Suchmaschinen in der Regel oben und bestimmen damit die Außenwirkung. Für das Anlegen eines persönlichen Profils eignen sich berufliche Online-Netzwerke wie Xing und LinkedIn sowie Jobportale wie Stepstone oder Monster.
3. Meinungen kontrolliert äußern: Wer sich im Internet in Blogs oder Foren mit kompetenten Beiträgen äußert, wird positiv wahrgenommen. Beleidigende Äußerungen sind dagegen ein Tabu. Wer sich privat zu Hobbys oder auch Krankheiten austauschen will, muss nicht seinen echten Namen nennen. Ein beliebiger Benutzername ist in der Netzgemeinde weithin akzeptiert.
4. Unvorteilhafte Fotos entfernen: Jeder Mensch hat ein Recht am eigenen Bild. Sollten andere Privatpersonen oder Betreiber von Webseiten unvorteilhafte Fotos von einem selbst veröffentlich haben, kann man die Entfernung aus dem Internet verlangen.
c’t Gehaltsumfrage 2010
0Die Ergebnisse der c’t Gehaltsumfrage 2010 (d.h. die Zahlen beziehen sich auf 2009) stehen nun auch endlich online zur Verfügung.
Wie üblich war die Statistik vor einem halben Jahr Mitte März in Heft 06/2010 erschienen und hat so lange bis zur online-Veröffentlichung gebraucht. 2008 war sie noch nach zwei Monaten online gestellt worden.
Einige Ergebnisse in Stichworten:
- +2,5% in Bayern
- +3,2% für Berater
- +2,4% für Informatiker
- “Gehaltszufriedenheit” Schulnote 2,9
- Zukunft Schulnote 2,5
- 1/10 Stellenwechsel
Gesundheitsbelastung in der IT-Branche besonders hoch
0Angesprochen habe ich das Thema ja bereits in meinem Artikel “Lange Arbeitszeiten schädigen die Gesundheit”. Meine eigener Eindruck, daß dies besonders in der IT-Branche der Fall ist, wird nun von einem Artikel auf heise.de bestätigt:
Auf einem Workshop des Forschungs– und Gestaltungsprojektes DIWA-IT, das unter dem Motto “Gesund arbeiten, gesund bleiben in der IT-Wirtschaft” steht, haben vergangene Woche Wissenschaftler des Münchner Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) ihre Einschätzung der aktuellen Belastungskonstellation in der IT-Industrie präsentiert.
Aus dem Artikel:
In den zurückliegenden Jahren habe sich die Belastung der Beschäftigten in der IT-Wirtschaft deutlich verschärft. Zunehmende Leistungsverdichtung, die Paradoxien neuer Managementkonzepte, eine Veränderung der betrieblichen Sozialordnungen und eine generelle Zunahme von Unsicherheiten haben eine grundlegend neue Belastungskonstellation geschaffen.
Danach hat fast die Hälfte der befragten IT– Beschäftigten von einer starken oder sehr starken Belastung durch extremen Zeitdruck und hohes Arbeitsaufkommen berichtet. Noch gravierender sei die Lage in besonders sensiblen Bereichen: Dass sie sich “immer wieder an der Grenze ihrer Belastbarkeit erleben” oder das Überschreiten dieser Grenze “in Form eines gesundheitlichen Zusammenbruchs” sogar schon am eigenen Leib erfahren hätten, gaben über 50% der Befragten an. Von anderen hochqualifiziert Beschäftigten beklagt nur jeder dritte eine starke oder sehr starke Belastung durch Zeitdruck und Arbeitsaufkommen, von allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten äußert sich nur jeder fünfte entsprechend.
Nach den Analysen der Wissenschaftler, die sich auf langjährige Forschungserfahrung in der IT-Industrie berufen, handelt es sich hier nicht nur um eine kurzfristige Belastungsspitze, sondern um ein generelles Problem. Damit die Leistungsträger der IT-Wirtschaft nicht ausbrennen würden, müsse Gesundheitsförderung vom Randthema zu einem integralen Bestandteil der Unternehmenspolitik und der Organisationsentwicklung werden.
Die Präsentation der Wissenschaftler gibt es hier als PDF (0,4 MB) zum Download.
Das Projekt DIWA-IT wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Betreut wird es vom Projektträger im DLR, Förderschwerpunkt “Präventiver Arbeits– und Gesundheitsschutz”.
c’t Gehaltsumfrage 2009 nicht kostenlos online [Update: 6 Monate später doch]
0Anders als in den Vorjahren scheint es die Gehaltsumfrage der c’t dieses Jahr nicht kostenlos online zu geben, sondern die 5 ½ Seiten müssen als PDF für 0,90 € gekauft werden.
Ich vermute, daß das mit den zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei den Holzmedien zusammenhängt; ín Medienunternehmen und Verlagen sind die Gehälter schwach gesunken (0,2%).
[Update: Am 14.01.2010 wurde die Umfrage dann doch noch als Gehaltsrückschau 2009 online gestellt.]
Generell sind die Gehälter um 4,3% im vergangenen Jahr gestiegen, der Durchschnitt liegt bei 51.100 €. Die Gehaltssteigerungen sind dabei nach Berufserfahrung unterschiedlich verteilt, mit mehr als 7% Zuwachs führt die älteste Altersgruppe ab 41 Jahren, die etwa ein Fünftel der Befragten stellt. Der Altersdurchschnitt liegt bei knapp 34 Jahren – die zugehörige Altersgruppe der 31-35jährigen hat den geringsten Gehaltszuwachs von knapp 1%.
Es gibt unter den knapp 4500 Umfrageteilnehmer etwa 2% Frauen – diese verdienen im Schnitt fast 12 Prozent weniger als Männer (in anderen Branchen noch deutlich weniger).
Wahrscheinlich angesichts der schwierigen Zeiten ist die Wochenarbeitszeit leicht gestiegen: 55,8 % arbeiten 45 Wochenstunden (Vorjahr 54,4%); in Geschäftsführung, Beratung und Marketing wird deutlich mehr gearbeitet.